DAS SEGELN

Ja liebe Freunde, das Segeln …
…gehört, wie jeder weiß, zu einer meiner ganz großen Leidenschaften. Und nach meinen beiden Knieoperationen und dann noch der nachfolgenden Rücken-Op musste ich ein Sabbatjahr einschieben, in dem ich natürlich auch aufs Segeln verzichtete. Gleich danach traute ich mir in diesem Jahr von der Standsicherheit noch nicht ganz zu wieder als Skipper eine Yacht zu chartern und diese sicher zu führen. Nun aber bin ich wieder soweit und stecke mitten in der Planung zu meinem nächsten Törn!

Mein 26. Törn als Skipper führt uns 2018 zu den
Pontinischen Inseln im Tyrrhenischen Meer
mit den beiden Inseln Ischia und Capri,
sowie zur Amalfiküste und in den Golf von Neapel
mit dem Vesuv und Pompeji

Wir beginnen unseren Törn also in Procida auf der gleichnamigen Insel in der Nähe von Neapel, im Stützpunkt von Sunsail

1. Tag unser Anreisetag – Samstag, 25. August 2018
Flug von Ffm. nach Neapel – Mit dem Taxi zur Fähre – Übersetzen mit der Fähre von Neapel auf die Insel Procida und dort mit dem Taxi weiter zum Hafen, der Marina Procida mit dem Stützpunkt unserer Chartergesellschaft Sunsail.

2. Tag – Sonntag, 26. August 2018 Schiffsübernahme und Bunkern
Erster Segeltag. Es ist Sonntag, aber dennoch denke ich, dass in der Marina die wichtigsten Läden geöffnet haben, andernfalls müssen wir sehen, dass wir schon am Vorabend noch bunkern können. Nach dem Einräumen und der Übernahme unseres Schiffes folgt ein kleiner Schlag, unsere Überfahrt von Procida nach Ischia mit Überprüfung aller Segelfunktionen – Nachbunkern und weiteres Vertrautmachen mit dem Schiff hier im Hafen von Ischia, sowie Besuch der Casamicciola Terme, die sich nicht allzuweit vom Hafen entfernt befindet. Hier wollen wir ein wenig realaxen und entspannnen. Am Abend gehen wir dann schön zum Abendessen in einer der vielen Tavernen bei typisch italienischen Spezialitäten.

3, Tag – Montag, 27. August 2018 – Unser zweiter Segeltag
Unser erster größerer Schlag mit 27 Seemeilen steht uns bevor, von Ischia hinüber zur Insel Ventotene einer Insel der Pontinischen Inselgruppe im Tyrrhenischen Meer –ein traumhaftes Plätzchen, weit ab von jedem Tourismus – siehe Beiblatt. Da die Insulaner seit Jahrhunderten hier vom Fischfang leben, werden wir uns an dem Abend in einer schönen kleinen Taverne auch einen besonderen Fisch zubereiten lassen.

4. Tag – Dienstag, 28. August 2018 – Unser dritter Segeltag
Ein weiterer größerer Schlag von 27 Seemeilen hinüber zur Nachbarinsel Ponza liegt vor uns, der uns aber nicht so sonderlich strapazieren wird, weshalb wir uns am Vormittag erst noch schön Zeit lassen können um die wunderschöne kleine Insel etwas näher zu erkunden und vor allem mit dem Einheimischen ein wenig in Kontakt treten wollen, denn die sollen hier außergewöhnlich gut auf die Fremden uud sprechen sein und sind sehr neugierig. Nicht selten wird man dabei spontan zum Mittagessen im eigenen Haus eingeladen. Ventotene und auch Ponza sind die einzigen bewohnten Inseln in dieser Region von insgesamt etwa 10 Inseln und noch fern ab von allen Tourismusströmen.

5. Tag – Mittwoch, 29. August 2018 – Unser vierter Segeltag
Nach der Besichtigung der kleinen Insel Ponza geht unser nächster Schlag wieder die 27 sm zurück nach Ventotene, wo wir noch einmal hier bei diesen freundlichen Bewohnern der Insel eine Nacht in ihrem kleinen Hafen verbringen wollen und vielleicht noch ein paar neue Eindrücke in uns aufnehmen möchten. Ein schönes Restaurant für den Abend werden wir dabei sicher auch schon bei unserem ersten Aufenthalt ausfindig gemacht haben!

6.Tag – Donnerstag, 30. August 2018 – Unser fünfter Segeltag
So liebe Freunde, heute geht es in einem 35-sm-Schlag hinunter nach Capri in den dortigen Haupthafen Marina Grande. Zwar ist die Südseite der Insel die wesentlich Schönere, doch kommen wir da noch hin. Heute aber müssen wir uns wahrscheinlich erst wieder einmal neu versorgen, mit allem, was so zwischenzeitlich fehlt wie Strom, Wasser, Früchte und wahrscheinlich auch Getränke. Und nachdem die Sonne ja bekanntlich im Westen untergeht, werden wir auch erleben, „wenn auf Capri die Sonne im Meer versinkt“. Und dann werden wir das Lied natürlich auch kräftig zu diesem Schauspiel singen! Den Abend verbringen wir in einer der vielen schönen Hafenkneipen hier in der Nähe der Marina!

7. Tag, – Freitag, 31. August 2018 – Unser sechster Segeltag
In einem 30-sm-Schlag fahren wir heute erst einmal von Capri aus nach Salerno und somit an der gesamten Amalfiküste entlang mit all ihren Schönheiten um hier erst einmal in einem Gesamtüberblick diese Schönheit insgesamt in uns aufzunehmen und auch zu genießen! Von der Küstenbeauung über die Farbigkeit der Häuser und auch die Anordnung der Dörfer und Städte, die sich da an die Felsen nur so anschmiegen, ist dieser Landstrich wohl kaum noch an Schönheit zu übertreffen! Nach diesem wunderschönen Erlebnis wollen wir hier dann am Abend in einer schönen Taverne auch unser „Bergfest“ feiern, denn die Hälfte unseres Törns haben wir dann ja schon leider wieder hinter uns.

8. Tag – Samstag, 1. September 2018 – Unser siebter Segeltag
Von Salerno aus haben wir heute nur einen kleinen Schlag nach Amalfi, das ist aber auch gut so, wollen wir uns frühmorgens doch erst noch einmal ein wenig von den Strapazen des Bergfestes erholen und zudem nach der Ankunft im Hafen von Amalfi diesen wunderbaren Ort auch noch etwas näher ansehen und diese wunderbare maritime Atmosphäre hier genießen! Ein gemütlicher Bummel durch die Altstadt von Amalfi mit einem gemütlichen Abendessen hier in den Gassen, in einer der zahlreichen schönen Kneipen. Vielleicht gibt es für uns ja wieder einmal einen tollen Fisch.

9. Tag – Sonntag, 2. September 2018 – Unser achter Segeltag
Auch heute haben wir keinen so großen Schlag vor uns und somit auch keine so große Eile. Wir wollen uns an der Amalfiküste eine schöne Bucht suchen, wo wir für die Nacht vor Anker gehen um so richtig schön zu buchteln, mit allem drum und dran. Nachdem wir uns in Amalfi sicher mit reichlich frischem Fisch versorgen konnten, wollen wir wieder einmal selber köcheln, denn Captains Fischsuppe steht ja noch aus. Außerdem wollen wir wieder ausgiebieg vom Schiff aus schwimmen und anschließend gemütlich im Cockpit zu Abend speisen. Dann aber wird wieder so richtig musiziert und vorher das Biminitopp zurückschlagen um die Sterne beobachten zu können. Hierfür bietet sich wohl eine Bucht in der Nähe von Positano am besten an. Aber schauen wir mal, wir finden schon den geeigneten Platz hierfür, wo wir nicht nur ausgiebig schwimmen können, während der Skipper kocht, sondern auch nach dem Essen noch so richtig lustig sein dürfen mit ausgiebigen und auch etwas tiefer gehenden Gesprächen. Eine gute Zigarre gehört dann natürlich auch mit dazu!

10. Tag – Montag, 3. September 2018 – unser neunter Segeltag
Heute haben wir ungefähr 25 Seemeilen vor uns und möchten von Positano aus nach Sorrento segeln, möglicherweise mit einem kleinen Zwischenstopp auf Capri, da es durchaus sein kann, dass wir uns noch einmal neu versorgen müssen mit Frischwasser und sonstigem, was so schon alles fehlen könnte, dazu aber würden wir Capri im Süden umsegeln um vor allem diese Schönehit der Insel auch kennenzulernen.
Aber kein Problem, sollte uns die Zeit hierzu nicht reichen, steuern wir gleich Sorrento an. Sorrento hat einen sehr schönen Hafen und ist auch eine relativ große Stadt, wo wir sicher auch all das bekommen, was uns bis dahin schon so fehlen sollte

11. Tag – Dienstag, 4. September 2018 – unser zehnter Segeltag
Jetzt haben wir nur noch kleine Schläge vor uns, denn wir befinden uns bereits im Golf von Neapel und da sind alle sehenswerten Orte ziemlich dicht beieinander. So wollen wir heute zunächst erst einmal nach Pompeji, am Fuße des Vesuvs gelegen. Hier wollen wir uns vor allem das Museum ansehen, das alle das beherbergt, das beim damaligen Vulkansubruch des Vesuvs so der Nachwelt erhalten blieb und auch sehr sehenswert sein soll.

12. Tag – Mittwoch, 5. September 2018 – unser elfter Segeltag
Wir planen einen Auffangtag ein für mögliche Verzögerungen, die wir bisher eventuell hatten, zum einen zum Besuch des Museums hier, wie auch einem möglichen Aufstieg zum Vulkankrater des Vesuvs zum anderen. Aber auch um eventuell kleine Reparaturen am Schiff vornehmen zu können und auch ein wenig zum Realaxen. Ein Bummel durch die neue, wieder aufgebaute Stadt bietet sich dabei ebenso an, wie ein gemütliches Abendessen hier im Städtchen.

13. Tag – Donnerstag, 6. September 2018 – unser zwölfter Segeltag
Heute geht es in einem kurzen Schlag von Pompeji hinüber nach Neapel. Hier steuern wir einen der vielen kleinen Häfen an, die sich am südlichen Ufer von Neapel befinden und werden von hier aus diese schöne Stadt erkunden und am Abend hier auch in einer schönen Taverne ganz gepflegt speisen.

14. Tag – Freitag, 7. September 2018 – unser dreizehnter und auch letzter Segeltag.
Nun aber müssen wir leider Abschied nehmen vom Segeln, denn es ist unser letzter Tag, der uns von Neapel aus in unseren Heimathafen auf der Insel Procida führen wird.
Wir suchen uns noch eine schöne kleine Bucht, in der wir alle noch einmal ausgiebig schwimmen werden und dann ganz gemütlich unseren letzten Snack zu uns nehmen, bei dem wir so unsere allerletzten Reste vernichten werden.
Danach führt uns unser Weg direkt hinein in die Marina unseres Ausgangshafens und das Schiff wird wieder vollgetankt und dann hoffentlich undbeschädigt wieder zurückgegeben. Die Schiffsübergabe wird einhergehen mit der Zubereitung des Captains-Sundowners und dann wird erst einmal frisch geduscht, das letzte Mal an Bord, es sei denn wir haben hier bequeme Hafenduschen im Nahbereich. Dann werden wir erst einmal in aller Ruhe unseren Captains-Sundowner zu uns nehmen und miteinander auf diesen wunderbaren Törn anstoßen. Ruhe wird einkehren, wir sind in Gedanken noch an den vielen Orten die wir gesehen haben und bei den zahlreichen Menschen, mit denen wir in Kontakt getreten sind. Es dauert ein Weilchen, bis wir uns wieder fangen, Dann aber mahnt der Captain zum Captains-Dinner, das wir wohl hier m Hafenbereich zu uns nehmen werden. Zurück am Schiff gibt es noch den Rest vom Captains-Sundowner, während die ersten schon so langsam mit dem Packen beginnen. Gemütlicher Ausklang im Cockpit unseres Schiffes, eine gemütliche Zigarre noch und dann hauen wir uns für die letzte Nacht zufrieden und beseelt in unsere Kojen.

15. Tag Samstag, 8. September 2018 – Unser Rückreisetag
Gefrühstückt wird noch am Schiff und das Taxi wurde schon am Vorabend bestellt und steht derweil sicher schon in Schiffsnähe für uns bereit. Verstauen unseres Gepäcks und Abfahrt zur Fähre nach Neapel. Von hier mit dem Taxi zum Flughafen und von dort Rückflug nach Frankfurt am Main, wo wir gerne im Laufe des Nachmittags ankommen wollen. Udo wird hier schon wieder für uns bereitstehen und uns nach Schwarzach zurückbringen.
Ein paar fränkische Bratwürste mit einem guten trockenen Silvaner und wir wissen, dass wir wieder gut zuhause angekommen sind.
Und lange noch werden wir von diesem schönen Törn zehren und immer und immer wieder davon berichten, wenn wir uns irgendwo wieder treffen.
Ach wisst ihr noch ….? heißt es dann, und ob wir das alles noch wissen. So etwas vergisst man nicht so schnell. Das sind Eindrücke, die einem haften bleiben, wahrscheinlich für immer!
Und denkt daran, der höchste Mast ist immer der unseres Schiffes!

Mast- und Schotbruch und immer eine handbreite Wasser unter dem Kiel
wünscht euch euer Skipper Theophil Steinbrenner

Segeltörn 2015 201
Ja, das Leben kann so schön sein! Und m
it Glück hat das alles ganz und gar nichts zu tun, man muss da schon auch selbst einiges dazu beitragen!

BVI 2014 291Na, da haben wir uns doch einen ganz schönen Lobster an Bord gehieft.
Der wurde natürlich noch am Abend verspeist!

Und wie sagte da doch einst der Schauspieler Heinz Rühmann immer so schön: „Ein Glück, dass ich mein Glück nicht nur dem Glück zu verdanken habe!“ Und wie Recht er doch hatte. Ein bisschen muss man da ja selbst auch schon an jenem Rädchen drehen, damit alles rund läuft!
Cane Garden Bay BVI                                           Ein wunderschöner Sonnenuntergang in der Cane Garden Bay auf Tortola in den BVI

Mein 25. eigener Törn führte mich vom 22. August 2015 bis einschließlich 5. September 2015 noch einmal mit Freunden in die Südtürkei.

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Und hier noch einmal der Ablauf des zurückliegenden Törns, so wie er ursprünglich geplant war und dann auch tatsächlich so gefahren wurde:

Samstag, 22. August 2015 – Unser Anreisetag
Um 11.00 Uhr trafen wir uns alle hier bei uns in Schwarzach. Udo war mit seinem Bus schon zur Stelle, verlud unsere Seetaschen und brachte uns dann zum Flughafen nach Frankfurt am Main. Um 15.20 Uhr ging unser Flieger, der mit etwas Verspätung abhob. Gegen 19.00 Uhr landeten wir in Dalaman. Hier stand ein Dolmus für uns bereit und mit ihm fuhren wir in einer einstündigen Fahrt hinunter nach Fethye. Die Jungs von der Basis waren uns behilflich, unser Gepäck ans Schiff zu bringen. Ein kurzer Überblick und dann gingen wir erst einmal auf der Terrasse des Marina-Hotels gleich nebenan schön zum Abendessen. Während die Damen danach schon die Kojen einräumten und die leeren Seetaschen vorne in der Bugkabine verstaut wurden, nahmen einige von uns noch einen gemütlichen Absacker, zwei von uns sogar bis 04.00 Uhr morgens, bevor die Bettruhe endgültig einkehrte. Wer die beiden waren? Na klar, der Skipper und sein Co, der liebe Karli

An unserem 1. Segeltag – am Sonntag, 23. August 2015
erfolgte am Vormittag die Schiffsübernahme und das Bebunkern unserer Yacht mit den notwendigen Lebensmitteln, Getränken und sonstigen Vorräten, die wir so für die 14 Tage benötigten. Dadurch kamen wir erst gegen Mittag raus und ließen die vorgesehene Badebucht zum Mittagsstopp mit Schwimmgang in der Bucht von Kapi und auch die mit dem „Bad der Kleopatra“ erst einmal aus und fuhren gleich auf direktem Weg hinauf zur Ekincik Limani  (36°49′ 23.95“ N, 28°33′ 59.15“ E). Es waren doch 36 Seemeilen bei sehr rauer See mit starker Dünung und dadurch auch sehr hohen Wellen mit Starkwind, was meinem Co-Skipper ein wenig zu schaffen machte und er die meiste Zeit über der Rehling hing und kotzte. Den Wind bekamen wir dabei natürlich wieder einmal voll auf die Schnauze, sodass wir uns weitgehendst mit dem Flautenschieber behelfen mussten, obgleich ich das gereffte Großsegel als sog. „Stützsegel“ draußen hatte. Der Kartenplotter fiel aus und wir navigierten wieder nach alter Manier händisch und kamen damit auch ganz gut zurecht, war früher ohnehin so üblich. So gegen 18.00 Uhr liefen wir dann in der Ekincik Limani ein und gingen auf der ausgelegten Mooringleine an den Steg.  Erst einmal war Schwimmen angesagt und anschließend ein sehr schönes und auch gemütliches Abendessen, in dem einzigen Restaurant hier, oben in den Hang hineingebaut, sehr stilvoll. Die Nacht über verbrachten wir dann in unseren schön gekühlten Räumen und fanden dies alle als sehr angenehm, zumal wir am Holzsteg sehr sicher und auch ruhig auf der Mooring lagen.

An unserem 2. Segeltag – Montag, dem 24. August 2015
ging es am frühen Morgen beizeiten los! Der Starkwind hatte sich gelegt und die See war wieder ruhig. Für 7.00 Uhr hatte ich das Fischerboot bestellt und das war gut so, waren wir dadurch nicht nur die ersten, die da unterwegs waren, sondern so ziemlich alleine auf dem Wasser, nach dem Motto: „Der frühe Vogel frisst den Wurm“. So fuhren wir in einer einmaligen Flussfahrt in das Dalyandelta hinein, durch den weit ausladenden und üppigen Schilfgürtel hindurch, bis hinauf zu den Ruinen von Kaunos mit Besichtigung des antiken Amphitheaters und der übrigen Ausgrabungsstäten. Unser Fischer hatte uns telefonisch einen Traktor-Dolmus bestellt, einen Traktor also, mit drangehängtem Hänger, überdacht und mit gepolsterten Sitzen, der uns nach oben zu den Ruinen brachte, was für uns alle natürlich sehr angenehm war, sparten wir uns dadurch doch nicht nur wertvolle Zeit, sondern schonten auch vor allem ein wenig unsere geschundenen Gelenke.

Und von weitem sahen wir dann aber auch schon die berühmten Felsengräber, denen wir uns immer mehr näherten! Anschließend ging es gestärkt durch einen frisch gepressten Granatapfelsaft direkt hinauf nach Dalyan, einem etwas größeren Städtchen, vom Tourismus geprägt, zum Einkaufen und dann aber auch gleich zu meinem Freund  „Taifun“, in sein Lokal „Caretta Caretta“ das hier direkt am Wasser liegt und durch eine Holzterrasse sogar in den Fluss hineingebaut ist. Hier hatten wir für jeden von uns um 11.00 Uhr schon von zuhause aus zwei der berühmten „Blue-Crabs“ vorbestellt, die es nur hier in dieser Region gibt und die wir dabei verspeisten. Es ist eine ganz besondere Krabbenart mit großen blauen Scheren – eine einmalige Delikatesse.

Unser Fischerboot, das uns hierher gebracht hatte, lag währenddessen direkt am Steg und brachte uns danach auch wieder zu unserer Yacht zurück. Unterwegs haben wir noch in einem Fischgroßmarkt, wo auch die Lokale ihren Frischfisch einkaufen, reichlich mit frischem Fisch eingedeckt, für unsere Fischsuppe am Abend. Die Krebsschalen mit den übrigen Resten ließen wir uns von Taifun in eine große Plastiktüte packen für den Fischfond am Abend, was sich als eine äußerst gute Idee erwies, denn die Suppe schmeckte dadurch natürlich besonders gut. Unterwegs beobachteten wir noch einige der zahlreichen Wasserschildkröten, die sich hierher zur Eiablage zurückziehen und im Brackwasseer reichlich tummeln. Nach der Rückkehr nahmen wir noch in der Ekincik ein erfrischendes Bad, machten uns etwas frisch und liefen noch  am Nachmittag aus und steuerten direkt die Asi Koyu an (36°43,2 N  28°38,9E), nur ca 10 Seemeilen von hier entfernt. Ein herrliches und ausnehmend schönes Plätzchen, das ich bis dato auch noch nicht kannte! Hier machten wir am schwimmenden Plastiksteg des kleinen Restaurants fest.

Am Abend bereitete ich dann aus den mitgebrachten sechs großen Edelfischen und vier etwas kleineren Doraden, die Karli schuppte und daraus die Filets schnitt, die wir dann noch zu schönen großen Fischbrocken richteten und erst ganz zum Schluss der Fischsuppe beifügten, sodass sie nur noch mit der Suppe gut durchziehen konnten und somit recht bissfest blieben und nicht in der Suppe zerfielen. Mit dem Fond aus den Krebsresten wurde daraus dann tatsächlich eine echte „Captains Fischsuppe“, die mir diesmal offensichtlich besonders gut gelungen schien, denn es ist so gut wie nichts davon übrig geblieben, obgleich es zwei Riesentöpfe für die achtköpfige Crew waren! Im Anschluss daran gingen wir hier im glasklaren Wasser erst einmal schön schwimmen und danach hinüber an Land, wo in der kleinen Kneipe am Strand noch jeder von uns einen Drink zu sich nahm. Ein gemütlicher Absacker noch am Schiff und gegen Mitternacht kehrte dann endgültig am Schiff die Bettruhe ein!

An unserem 3. Segeltag, am Dienstag, 25. August 2015
steuerten wir auf direktem Weg die Bucht von Karacaoeren an. Wir ließen den Golf von Fethye, aus dem wir erst vor zwei Tagen rausgefahren waren und den wir am Ende unseres Törns noch etwas näher erkunden wollten,  backbordseitig liegen und fuhren geradewegs zu meinem Freund Mustafa, dem „singenden Bauern“ in der Gemiler Rede.  Ein Pfiff und er hätte gewusst, dass ich wieder da bin. Diesmal aber leider nicht, denn ihn gab es hier leider nicht mehr. Seine Kinder, die Tochter und die beiden Söhne hatten den Laden übernommen und ich vermute sehr, dass sie ihn ausgebootet haben.

Er war über Jahrzehnte hinweg so mit seiner eigenen Welt hier verwurzelt, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass er dort freiwillig wegging. Nun ja, wir machten erst einmal an einer seiner hier ausgelegten Bojen fest und sicherten uns noch mit einer langen Heckleine zum Ufer hin ab. Sehr viel hatte sich ja nicht verändert, doch es fehlte irgendwie die Seele und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte auch nicht mehr. Alles hat eben seine Zeit dachten wir uns und nahmen es hin, so wie es jetzt eben war. Dennoch schön war es wieder hier und wir waren auf der Mooring sicher und auch gut gelegen. Ein erfrischendes Bad und dann ließen wir uns vom jüngsten Sohn Mustafas abholen. Zum Dessert gab es auch diesmal wieder frische  Kakteenfeigen aus seinem eigenen Garten hinterm Haus, mundgerecht zelebriert! Allerdings erst auf unser Verlangen und auch Drängen hin. Hier blieben wir dann auch über Nacht liegen.

An unserem 4. Segeltag – Mittwoch, dem 26. Augst 2015
ging es über die Öli Deniz, wo man mittlerweile sogar den Seglern wieder Zugang gewährt und wo wir mit Buganker und Heckleine am Fels festmachten. Mit unserem Dinghi fuhren wir danach an den weitläufigen und schneeweißen Sandstrand zum Baden und auch zum Erkunden des hinter dem Sandstrand liegenden „Toten Meeres“, was im türkischen eben „Öli Deniz“ heißt.  Nach dem Strandausflug ging es dann weiter, um die Gemiler Adasi herum, wo man uns noch ein wunderbares Speiseeis ans Schiff brachte, über die Quellenbucht hinüber zur Butterfly-Valley  (36° 29′ 54,19“ N, 29° 07′ 35,47 E). Es war ein kleiner Schlag mit gerade mal 15 Seemeilen. Und hier war es wirklich unglaublich schön. Diese Bucht kannte ich bislang ebenfalls noch nicht, war aber hellauf begeistert. Viele Aussteiger und Lebenskünstler halten sich hier auf, bei bescheidensten Verhältnissen und den einfachsten Lebensbedingungen in kleinen Zelten und Hütten. Ein eigenes Völkchen für sich und eine ganz urige Schlucht, in der Schmetterlinge leben sollen, so groß wie Singvögel, die wir aber leider nicht zu Gesicht bekamen.

Hier hat es uns aber dennoch außerordentlich  gut gefallen und am Abend waren wir bei Savaz, dem „Platzhirsch“ dieser Ecke hier, in seinem Fisch-Restaurant zum abendlichen Fischessen. Dabei erlebten wir einen Sonnenuntergang, wie man ihn wohl nur selten so erleben kann. Einfach ein Traum! Er meinte, dass er uns diese Schmetterlinge zeigen könne und wir doch auf dem Rückweg unbedingt noch einmal bei ihm reinschauen sollten, was wir uns so auch vorgenommen hatten.

An unserem 5. Segeltag – Donnerstag, 27. August 2015
ging es weiter hinunter nach Kalkan (36°15’44.20 N 29°24’50.76 E). Ein etwas größerer Schlag, mit immerhin 40 Seemeilen, der uns da bevorstand, aber keine größeren Probleme abverlangte. Am Nachmittag gegen 16.00 Uhr liefen wir hier in dem engen Hafenbecken von Kalkan ein und legten uns auf Anweisung des Hafenmeisters an die südliche Kaimauer, in einem etwas komischen Winkel der Pier mit Buganker und zwei Heckleinen an die Kaimauer. So lagen wir zwar etwas schräg, aber eigentlich recht gut und gingen somit am Abend erst einmal völlig unbeschwert zu einem Bummel durch das Städtchen und kamen dabei in ein wunderschönes Restaurant oben am Hang und gingen bei Josef zum Abendessen. Das Essen war hervorragend, sehr stilvoll und auch vom Service her perfekt. Wir fühlten uns hier sehr wohl und wirklich gut aufgehoben. Vor allem hatten wir einen wunderbaren Blick hinunter in den Hafen zu unserem Schiff und auch über das gesamte Hafenbecken.

Auf dem Rückweg bunkerten die Damen noch ein klein wenig nach und wir, die Herren gingen schon einmal voraus zu unserem Schiff und das war auch gut so. Irgendein Chaot hatte da doch während unserer Abwesenheit beim Auslaufen unseren Anker mit gehoben, der daraufhin nicht mehr so recht halten wollte. Bei unserer Ankunft am Schiff war unser Boot schon so weit an die Kaimauer zurückgetriftet, dass es drohte, an die Kaimauer zu stoßen und dabei abzuchrappen, doch es war vor allem am Heck sehr gut abgefendert und so war auch noch nichts passiert. Beim Versuch, die Ankerkette dichter zu nehmen, hielt der Anker allerdings nicht mehr so recht und wir mussten neu verholen. Bei diesem Manöver hat durch die Hektik am Schiff natürlich niemand mehr an unseren Landstrom gedacht und es löste sich das Kabel am Schiff, wodurch die Steckdose innen ein wenig angeschmort war und wir somit für die Klimaanlage keinen Landstrom mehr ziehen konnten. Nun gut, wir verholten an einen neuen Platz, mit weit gesteckter Ankerkette und lagen hier dann doch sehr gut für die Nacht und ließen die Klimaanlage über den Generator laufen, was uns so ja auch möglich war. Jedenfalls blieb ich noch gut eine Stunde am Oberdeck im Cockpit sitzen um den Blick auf das abendlich beleuchtete Städtchen noch ein wenig zu genießen, während sich die Restcrew bereits in ihre Kojen zurückgezogen hatte.

An unserem 6. Segeltag – Freitag, 28. August 2015
hatte ich frühmorgens für 07.00 Uhr den Dolmus bestellt, der die Crew auf die Hochebene der lykischen Antike bringen sollte. Um 06.00 Uhr also kam von mir der Weckruf und alle waren da. Es wurde gefrühstückt und pünktlich um 07.00 Uhr stand auch der vollklimatisierte Dolmus schon hinter unserem Schiff und wartete bereits auf seine Gäste, meine Crew.

In einer etwa einstündigen Fahrt ging es hinauf in die Antike zu den Ausgrabungsstätten von Xantos, Patara und Letoon, was Uschi und ich schon mehrmals besucht hatten und uns diesen Trip somit sparten und lieber am Schiff blieben, denn hier in dem kleinen und engen Hafenbecken von Kalkan gibt es immer wieder einmal einen Ankersalat und das war auch an diesem Morgen wieder so, denn der erste der auslief hatte doch tatsächlich schon wieder unsere Ankerkette am Haken und mit angehoben und da war es gut, dass ich am Schiff geblieben war und die Kette wieder etwas dichter nehmen konnte, bevor da noch einmal etwas hätte passieren können.

Die Crew kam relativ pünktlich um 12.00 Uhr zurück, so wie es mit dem Busfahrer vereinbart war und Uschi und ich hatten für sie derweil eine Honigmelone aufgeschnitten, mit fein geschnittenem rohen Schinken dazu. Na, die haben sich gefreut. Geduscht und etwas frisch gemacht und so gegen 13.00 Uhr lichteten wir bereits wieder unseren Anker, völlig problemlos und liefen aus. Kurs wurde aufgenommen direkt auf die griechische Insel Katellorizon, im Griechischen Megiste (36°08’56.71 N 29°35’25.60E). Unterwegs wurde noch eine Badeschlaufe ausgelegt und nach dem Flaggenwechsel gingen wir erst einmal in den nun griechischen Hoheitsgewässern  im offenen Meer zum Schwimmen um uns hier noch schnell den letzten Staub der lykischen Antike von den Körpern zu waschen, bevor wir wieder nach Europa kamen.

Nach dem Flaggenwechsel und unserem etwa halbtndigen Schwimmgang liefen wir dann so gegen 16.00 in dem kleinen Hafenbecken von Kastellorizon ein und machten an der Pier direkt vor dem Lokal unseres Freundes Vangelis mit Buganker und zwei Heckleinen fest.

Leider hatte Vangelis an dem Abend eine größere Hochzeitsgesellschaft zu Gast, sodass er sich nicht so recht um uns kümmern konnte und auch die Kaimauer für die Hochzeitsgäste, die teilweise mit relativ großen Yachten angereist waren, weitgehendst abgesperrt. Er aber hat sich riesig gefreut, uns nach gut 6 Jahren wieder zu sehen und war sofort zur Stelle. Die Pier vor seinem Restaurant war bereits mit einer größeren Festtafel für den Abend vorbereitet und eingedeckt, sodass wir ein wenig an den Rand der gesamten Gästeschar gedrängt wurden, aber es hat dennoch gepasst und alles gut geklappt und so saßen wir direkt hinter unserem Schiff neben der Hochzeitsgesellschaft, die wir ja eigentlich auch gar nicht stören wollten und die uns selbst auch nicht gestört haben. Vangelis bereitete uns dann eine Lammkeule zu und wir speisten bei ihm hervorragend und wurden von seinem Kellner Michael bestens betreut, der auf Pfiff reagierte und uns sogar noch einen Weinkühler mit reichlich Rezina ans Schiff brachte. Ein rundum schöner und auch gelungener Abend hier in Griechenland. Ein gemütlicher Absacker noch am Schiff mit dem eingekühlten Rezina rundete den Abend für uns dann noch vollends ab und gegen Mitternacht kehrte bei uns am Schiff so langsam die Bettruhe ein, obgleich draußen an der Pier noch der Bär tobte.

An unserem 7. Segeltag – Samstag, dem 29. August 2015
wollten wir unser Bergfest feiern und dies bei einem weiteren Freund, bei Hassan, jenem Koch, der die beste Fischsuppe des gesamten Mittelmeerraumes kocht und das ist tatsächlich so, außer jener Fischsuppe, die der Captain bei jedem Törn selbst zu kochen pflegt, die aber läuft außer Konkurrenz, denn da kommen ja stets die besten Zutaten mit rein, die man sich nur vorstellen kann und da kann dann jeder gut kochen! Frühmorgens hatten wir alle Zeit der Welt. Wir schliefen erst einmal in unseren klimatisierten Räumen so richtig schön aus, frühstückten in aller Ruhe und dann schwärmte die Crew aus, um noch das reizvolle Städtchen zu erkunden, das ehemals 20.000 Menschen hier beherbergte und heute gerademal noch 200 Eiinwohner zählt.

Und diese Zahl ist für die Griechen sehr wichtig, denn sollte die Einwohnerzahl je einmal unter 200 Einwohner sinken, fällt die Insel an die Türkei und das ist ein festgeschriebenes Gesetz, weshalb die Griechen auch hier für die entsprechende Infrastruktur sorgten, indem sie einen Flughafen oben auf den Berg bauten mit einer Zufahrtstraße ins Dorf. Somit gibt es nun auf der Insel sogar schon Autos, vor allem ein Taxi, das die Gäste von dort oben in den Ort bringt und auch wieder zurück. Nun gut, Uschi und ich blieben an Bord, da wir den Ort schon zur Genüge kennen und die Restcrew schwärmte aus, kam aber auch bald schon wieder zurück, da es für einen längeren Erkundungstrip doch wirklich viel zu heiß war, auch in den frühen Morgenstunden schon! Also bereiteten wir uns so langsam aufs Ablegen vor, verabschiedeten uns noch von Vangelis, der schon wieder einen Riesenfisch in der Mangel hatte, einen Kingfisch von gut einem Meter Länge, den er gerade schuppte, um aus ihm Filets rauszuschneiden für seine Gäste am Abend. Gegen 11.00 Uhr lichteten wir dann den Anker und liefen aus. Wir verließen diesen wunderschönen Ort und steuerten zwischen den zahlreichen vorgelagerten kleinen Inseln hindurch wieder geradewegs die Türkei an. Auf Höhe der Seegrenze wurde die griechische Flagge natürlich wieder eingeholt und die türkische Flagge erneut gehisst und so steuerten wir auf direktem Weg die Kekowa an.

Nach einem erfrischenden Bad in der offenen See, hinterm Schiff kam ein herrlicher Segelwind auf und auch noch von der richtigen Seite. Bei achterlichem Wind ließen wir uns nun die letzten 20 Seemeilen,  nur von der bauchig gefahrenen Genua, bis in die Bucht von der Ücagicz hineintreiben. Die Holzstege vor den Restaurants hatte man mittlerweile entfernt und ein neues, kleines Hafenbecken angelegt. Hier legten wir, nach dem Einholen der Genua zunächst erst einmal an einer privaten Anlegestelle an und mussten noch einmal neu verholen. Dabei löste sich die Verbindung von der Welle unseres Schiffes zur Schiffsschraube und wir wurden dadurch manövrierunfähig. Unser Schiff trieb also ohne, dass wir irgendetwas unternehmen konnten, an den Anlegesteg der Küstenwache und ein aufmerksamer Hafenarbeiter hat dies bemerkt und war uns sofort beim Abfendern und Festmachen unserer hilflos gewordenen Segelyacht sehr behilflich. Da wir hier aber nicht länger liegen bleiben durften, holte er noch  rasch 15 gestandene Mannsbilder herbei, die unser Schiff an die Längsseite des Hafenbeckens zogen und hier vertäuten. Kontakt mit der Basis wurde aufgenommen und binnen 3 Stunden waren tatsächlich zwei Mechaniker zur Stelle, die das Problem bei der Größenordnung dieser Yacht kannten. Ohne entsprechende Ausrüstung tauchten sie mehrmals im Wechsel ab, lösten die alte Schraube, deren Innenseele nicht durch unser Verschulden ausgeschlagen war, von der Welle und ersetzten diese durch eine neue Schiffsschraube.

Danach gingen wir zu meinem Freund Hassan, der schon seit Mittwoch auf unsere Ankunft gewartet hatte und feierten hier am Abend mit ihm unser Bergfest mit frischen Fisch und auch Hassans ausgezeichneter Fischsuppe und in herzlichster und privater Atmosphäre! Er setzte sich anschließend noch für gut ein bis zwei Stunden zu uns und es fand ein sehr reger Austausch statt, in einem sehr netten und auch tiefsinnigen Gespräch mitt ihm, dem wohl letzten Philosophen des alten lykischen Reiches. Und das Gespräch war tatsächlich sehr tiefgründig und auch philosophisch, aber sehr angenehm!

An unserem 8. Segeltag – Sonntag, 30. August 1015
besorgte uns Hassan frühmorgens einen klimatisierten Kleinbus mit Fahrer. Mit ihm starteten wir um 9.00 Uhr zu unserem Landausflug nach Myra und Demre. Erste Station waren dabei die Ausgrabungsstätten von Myra mit dem berühmten Theater und der Wettkampfarena, sowie den nicht weniger berühmten Felsengräbern. Hier ließen wir uns ein wenig Zeit und besichtigten diese Stätten in aller Ruhe. Und auch hier war es gut so, dass wir so früh dran waren, hatten wir dadurch doch wieder einmal die antiken Stätten ganz alleine für uns. Als wir diese verließen, kamen bereits die ersten Touristen in Scharen rein und hätten sich dabei fast gegenseitig tot getreten.

Nach der Besichtigung des Theaters mit den Felsengräbern haben wir noch bei Ömer Saydan einen frisch gepressten Orangensaft, sowie frisch gepressten Granatapfelsaft getrunken und haben hier bei ihm noch einige sehr günstige Borschüren, erworben über die gesamte Region hier, jedes Heft zum Preis von 2 €. Na, da mussten wir doch zuschlagen. Dann ließen wir uns mit unserem Kleinbus in das Zentrum von Demre bringen zur dortigen Nikolauskirche. Das Denkmal für ihn hätte ich natürlich wesentlich schöner und nicht so plump und nichtssagend gestaltet, als dieses hier. Aber was soll’s, man kann ja schließlich nicht alles machen. Und auch hier waren wir noch so rechtzeitig dran, dass es halbwegs erträglich war, denn danach kamen ganze Busse in Scharen an, die das kleine Kirchlein regelrecht übervölkerten, vor allem die Russen, die hier einfielen, wie Starenschwärme. Hier in der Kirche steht noch der Sarkophag des Heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron aller Kinder und vor allem auch dem Schutzheiligen der Seefahrer, weshalb wir ihm ja auch unbedingt unsere Ehre erweisen mussten.

Danach ging es nach einem kleinen Drink, mit dem Dolmus wieder zurück zu unserem Freund Hassan in der Ücagicz. Hier angekommen, bereitete uns seine Frau noch einen wunderbaren Mittagssnack zu, leider aber wieder einmal viel zu viel und wir bezahlten unsere Schulden und verabschiedeten uns in aller Freundschaft und Herzlichkeit, so wie wir dies von ihm gewöhnt waren. Sie beschenkten uns noch mit einer riesigen Tüte voll mit Birnen, Gemüse und diversen Kräutern aus ihrem Garten hinterm Haus. Die letzten Fotos wurden noch gemacht, bevor wir dann endgültig hier wieder ablegten. Es sind einfach reizende Leute, die gesamte Familie.

Von hier fuhren wir nur 2 Seemeilen rum um die Ecke nach Kale und die neue Schiffsschraube hielt und funktionierte auch wieder hervorragend – Gott sei Dank! So verholten wir zu einem weiteren Hassan, nämlich zu Hassan Roma in Kale. Er erkannte mich natürlich auch gleich wieder, war uns noch beim Anlegen behilflich und dann setzten wir uns gleich in sein Lokal, und ließen uns von seiner Frau die ersten köstlichen Käseröllchen zubereiten, die niemand so gut macht wie sie. Wir bestellten uns hier gleich einen Tisch für den Abend und speisten hier dann auch ganz vorzüglich. Am Nachmittag lernten wir noch durch einen weiteren Umstand, den ich hier gar nicht näher erörtern möchte, den Berufsskipper Charly kennen, einen Engländer, der früher einmal bei Moorings arbeitete und der seinen ganzen Ehrgeiz darin sah, uns so perfekten Deutschen doch zu zeigen, dass es immer wieder Möglichkeiten gibt, etwas besser zu machen, als wir Deutschen dies augenscheinlich können. Er, der Engländer, klemmte uns das Kabel von der verschmorten Steckdose auf die zweite Steckdose am Schiff, sodass wir wieder die Klimaanlage über Landstrom laufen lassen konnten, ohne Generator. Dies allerdings machte er nicht ganz uneigennützig, wollte er doch dadurch gleich nebenan für die Nacht seine Ruhe haben. Ihn trafen wir dann im Verlauf des Törns noch einige Male.

An unserem 9. Segeltag – Montag, 31. August 2015
stand frühmorgens beizeiten der Aufstieg zur Burg auf dem Programm mit Bummel durch das reizende Dörfchen Kale. Um der großen Hitze zu entgehen, stand die Crew bereits um 06,00 Uhr auf und wagte den Aufstieg. Nach etwa 1 1/2 Stunden kehrten alle zurück und wir ließen uns von Hassans Frau wieder je zwei Käseröllchen zubereiten und frisch gepressten Orangensaft, den sie uns auch noch auf einem Tablett ans Schiff brachten und frühstückten erst einmal in aller Ruhe unten in unserer gekühlten Messe.

An dem Tag hatten wir alle Zeit der Welt und nahmen uns diese auch. Gegen Mittag aber legten wir dann ab und verholten nur rum um die vorgelagerte Insel Kekowa und fuhren dort auf der Rückseite der Insel in die wunderschöne tief eingeschnittene Bucht der Caralocz ein, die sich in Form eines Pferdekopfes in die Insel eingeschnitten hat, weshalb sie bei dem Insidern auch gerne als die „Pferdekopf-Bucht“ bezeichnet wird.

Hier in der Caralocz liefen wir so gegen 13.00 Uhr ein und waren damit die ersten Ankömmlinge des Tages. So warteten wir erst einmal noch vor dem hintersten Zipfel dieser Bucht, bis das letzte Schiff der Vornacht die Bucht verlassen hatte und machten  dann auch ganz hinten im allerletzten Winkel mit Buganker, langer Kette und zwei Heckleinen zum Ufer hin fest und lagen hier tatsächlich so sicher, wie in Abrahams Schoss. Fünf Minuten später hieß es dann aber auch schon: „The pool ist open“ und dann wurde aber auch gleich ausgiebigst gebadet, geschwommen und geschnorchelt. Hier herin nämlich befindet sich die Kinderstube des gesamten Mittelmeerraumes. Unzählige kleine Fische begleiteten uns bei unseren Schwimm- und Schnorchelgängen. Einfach herrlich. Gegen Abend hin hat Carmen bereits begonnen das Abendessen vorzubereiten. Aus den Resten der Vortage machte sie von der Lammkeule bei Vangelis und von weiteren Resten, die wir bei unseren jeweiligen Abendessen nicht mehr ganz schafften und die wir einpackten und mit ans Schiff nahmen, eine vortreffliche Fleischsoße zu, die zu den Spagettis gereicht wurde und die sie so richtig al dente einfach auf den Punkt brachte. Ein Genuss, bei dem sogar der Captain zweimal zulangen musste, obgleich ich selbst nicht der große Nudelesser bin, die aber haben mir tatsächlich außerordentlich gut geschmeckt. Am Abend haben wir dann das Bimini-Topp zurückgeschlagen um die Sterne beobachten zu können und sahen dabei nicht nur die Milchstraße, sondern auch zahlreiche Sternschnuppen. Dabei wurde musiziert und gesungen – einfach herrlich war es. Die Bucht hatte sich bereits mit weiteren Yachten gefüllt und auch Charly lag wieder da, nur zwei Schiffe weiter weg von uns, ihn störte nun aber unser Generator für die Klimaanlage nicht mehr, war er doch weit genug weg von uns, eventuell aber unser Gesang mit meiner begleitenden Mundharmonika, der aber war so schön, dass wir eigentlich Eintrittsgeld hätten verlangen müssen. Jedenfalls hörten wir keinerlei Beschwerden ringsum.

An unserem 9. Segeltag – Dienstag, 1. September 2015
hatten wir frühmorgens wieder sehr schön Zeit und badeten noch einmal ausgiebig in dieser wunderschönen stillen Bucht, wo es kein Restaurant oder irgendein Lokal gibt, sondern ringsum nur wilde Ziegen. Wir ließen uns also wieder schön Zeit, gingen zum Schwimmen, pflegten unsere Körper und so gegen 11.00 Uhr lichteten wir den Anker und liefen aus und nahmen Kurs auf, Richtung Kas, einem herrlichen, kleinen orientalischen Städtchen mit einem Gewürz-Bazar, wie man sich diesen schöner und orientalischer eigentlich gar nicht vorstellen kann. Hier angekommen, war Smilie, der Wirt von nebenan, in der Ecke des kleinen Hafenbeckens gleich zur Stelle und war uns in allen Belangen behilflich. Bei ihm hatte ich 6 Jahre zuvor auch mein Captains-Dinner damals gestaltet. Der Anker wurde weit über die Mitte des Hafenbeckens hinaus gelegt, denn mittig durch das Hafenbecken verläuft längs eine schwere Kette, in der sich immer wieder die Anker festhängen und dann muss ein Taucher her. Klar, dass dann gleich wieder so ein Hosenscheißer daherkam, der da meinte, dass wir über seiner Kette liegen würden. Dem aber war nicht so und das habe ich ihm auch deutlich zu verstehen gegeben. Und wir konnten unseren Anker am nächsten Morgen auch völlig problemlos heben, wobei er uns sehr genau und argwöhnisch beobachtete. Smilie versorgte uns noch mit Strom und brachte neben dem richtigen Adapter auch gleich noch die neuesten Zeitungen in deutscher Sprache mit. Also, was wollten wir mehr. Natürlich wollte er selbst, dass wir wieder zu ihm zum Abendessen kommen, da aber hatte ich von zuhause aus schon einen schönen Tisch oben im Hang, auf der Terrasse des „Blauen Hauses“ bestellt und das war gut so, kommt man da doch ohne Vorreservierung eigentlich gar nicht rein!

Und hier war es so schön, dass es schon fast nicht mehr wahr sein kann. Wir saßen oben im „Blauen Haus“, schön in den Hang hineingebaut, draußen auf der Terrasse. Man geht durch das Wohnzimmer hindurch und kommt auf die Terrasse, wo für uns ein schöner langer Tisch für 8 Personen eingedeckt war, mit Blick über den kleinen Hafen von Kas, hinüber zu unserer Lieblingsinsel Kastellorizon in Griechenland. Also, was wollte man da mehr. Die Chefin des Hauses hat gleich für Uschi und mich ein wunderbares Gläschen trockenen Weißweines gebracht eisgekühlt, als Geschenk des Hauses, na also!

Hier habe ich dann auch im Schatten des üppig tragenden Granatapfelbaumes das beste und auch zarteste Filetsteak meines Lebens gegessen,  ein Traum. Die gesamte Crew war begeistert und wir genossen den Abend hier heroben an den schön eingedeckten Tischen mit bestickten Stoffservietten und jenem herrlichen Blick hinüber nach Megiste. Ein rundum gelungener Abend, an den wir uns alle gerne noch lange erinnern werden. Auf dem Rückweg gab es noch einen Drink bei Smilie und wie könnte es anders sein, jeder von uns bestellte sich da doch einen „Smilies Spezial“! Zurück am Schiff nahmen wir noch einen kleinen Absacker zu uns und gegen Mitternacht kehrte dann langsam die Bettruhe ein.

An unserem 10. Segeltag, Mittwoch, 2. September
zog es uns aber schon langsam wieder hinauf in Richtung des Golfes von Fethye. Nur hatten wir auf der Herfahrt in der Butterfly-Valley ja leider keine Schmetterlinge gesehen, weshalb uns Savaz, der Platzhirsch der Bucht und auch Betreiber des einzigen Fischrestaurants hier in der Bucht zu verstehen gab, dass man dies doch gefälligst mit ihm abzustimmen hätte. Er wüsste ganau, wo man diese finden würde und er wollte uns die Schmetterlinge zeigen. So hatten wir mit ihm vereinbart, dass wir auf dem Rückweg noch einmal einen Stopp bei ihm einlegen würden, um dieses Angebot in Anspruch zu nehmen. Nun gut, die Schmetterlingsbucht wurde erneut angefahren, der Anker gelegt und wir lagen hier mit 40 m langer Ankerkette sehr gut und auch sicher. Leider fiel uns dann aber die Klimaanlage aus und wir mussten erneut mit der Basis Kontakt aufnehmen. Die konnten mit dem Schnellboot nicht dorthin fahren und baten uns erneut in die Karacaoeren zum „Singenden Bauern“ zu verholen, wohin sie uns zwei Mechaniker schicken wollten. So übelregten wir nicht lange und ließen die Schmetterlingsbesichtigung sein und verholten die 5 Seemeilen rüber zu Mustafas Kindern, denn die gekühlten Kabinen unten im Schiff waren uns für eine erholsame Nacht doch viel wichtiger. Auf einer der von Mustafa ausgelegten Bojen machten wir also erneut fest, mit einer langen Heckleine zum Land. Es dauerte auch nicht lange, da kamen zwei Mechaniker von Moorings an und stellten fest, dass unser Dieseltank 1, zwei Tanks hatten wir, leer war, obgleich die Tankanzeige auf 1/4 stand. Sie meinten nur, dass dann wohl die Tankanzeige nicht stimmen würde und sie mit der Lampe in den Tank geleuchtet hätten, dieser aber tatsächlich leer sei. Und da der Generator seinen Treibstoff nur aus dem Tank 1 holen würde, könnte somit auch der Generator nicht laufen und dadurch natürlich auch die Klimaanlage nicht funktionieren. So ließen wir uns von den beiden Jungs unseren Ersatzkanister mit immerhin 22 Liter Diesel in den Tank 1 füllen und konnten dadurch natürlich auch unsere Klimaanlage wieder für die Nacht in Betrieb nehmen, was uns allen sehr wichtig war und was man uns eigentlich bei der Schiffsübergabe hätte sagen müssen! Nun ja, so gingen wir noch einmal zu Mustafas Kindern zum Abendessen und schliefen nach dem Absacker am Schiff in unseren klimatisierten Räumen wieder alle recht gut.

An unserem 11. und vorletzten Segeltag – Donnerstag, dem 3. September 1015
verholten wir am Vormittag noch in unseren Heimathafen Fethye und ließen hier in der Basis noch einmal alles überprüfen, wodurch uns tatsächlich die Aussage der beiden Mechaniker bestätigt wurde. Also haben wir hier in der Basis noch einmal 75 Liter Dieseltreibstoff in den Tank 1 nachfüllen lassen, was wir wahrscheinlich gar nicht gebraucht hätten, aber sicher ist sicher. Danach fuhren wir aus dem Hafenbecken raus, setzten die Segel und ließen uns unter Wind hinauftreiben zur Insel Tersane, in die dortige gleichnamige und tief eingeschnittene Bucht, wo wir so gegen 16.00 Uhr ankamen und auf Mooring an den Steg des einzigen Lokals hier in der Bucht gingen. Hier war es unglaublich schön und wir lagen sicher und auch gut.

Leider kam kurz nach uns eine deutsche Crew an, eine reine Männercrew mit 5 Mann an Bord. Die wünschten erst gleich einmal, dass wir doch unseren Generator für die Klimaanlage abstellen sollten, damit sie in Ruhe ihren Anlegeschluck zu sich nehmen könnten. Landstrom gab es hier leider nicht. Nun gut, wir ließen uns darauf ein, teilten ihnen jedoch unmissverständlich mit, dass wir, wenn wir zum Essen gehen würden, den Generator wieder anstellen würden, um unsere Schlafräume für die Nacht runterzukühlen, in der Annahme, dass auch sie derweil zum Essen gehen würden, denn immerhin war dies der Steg der Restaurantbetreiber, die hierfür keine Liegegebühren verlangten, dafür aber wollten, dass man bei ihnen zu Abend isst. Dem jedoch war nicht so, die Crew hatte sich offensichtlich mit ihrer Bordkasse etwas übernommen und köchelte selbst am Schiff und fühlte sich dabei durch den Motor unseres Generators gestört. Als wir zurückkamen, wurden wir in unflätigster Weise empfangen und beschimpft mit Worten, wie beispielsweise „asoziales Pack“ und mehr. Dabei wäre es sogar beinahe zu einer Schlägerei gekommen, denn da war ein Prolet dabei, der sich sogar anmaßte auf mein Schiff zu kommen, um sich hier mit mir zur prügeln. Doch mit Verstand und Vernunft haben wir die Restcrew drüben besänftigen können, die dann auf jenen Proleten wohl einwirken konnte und so stellten wir schließlich um 22.00 Uhr aus reiner Rücksichtnahme unsererseits den Generator ab, obgleich wir dies gar nicht hätten tun müssen. Am anderen Morgen war es jener Crew offensichtlich sehr peinlich und der Schlägertyp hat jeden Blickkontakt zu uns vermieden. Nun gut, wir frühstückten in aller Ruhe und liefen so gegen 9.00 Uhr aus und verließen dieses schöne Plätzchen in Richtung Kapi.

Unser 12. und letzter Segeltag – Freitag, 4. September 2015
Heute hatten wir wieder schön Zeit, es war ja unser letzter Segeltag, den wir noch einmal in vollen Zügen genießen wollten. Wir verließen die Bucht von Tersane also nach einem ganz gemütlichen Frühstück unten in der Messe so gegen 9.00 Uhr und steuerten durch die Schlucht zwischen der Insel Tersane und der Wildscheininsel hindurch, direkt die Bucht von Kapi an. Gegen 10.00 Uhr trafen wir hier ein und die ersten Schiffe verließen bereits den Holzanlegesteg, sodass wir hier zwischen zwei kleineren Yachten auf Mooring gehen und hier schön anlegen konnten. Hier ist es so schön, dass man tatsächlich für immer bleiben möchte. Erst einmal war ein Schwimmgang angesagt, zwischen zahlreichen versunkenen Ruinen hindurch. Mehmet begrüßte uns gleich und wollte natürlich, dass wir zu ihm zum Essen kommen, was wir auch taten, aber nur auf einen kleinen Snack, denn es war unser letzter Segeltag und da galt es für uns doch noch die letzten Reste aus dem Kühlschrank zu vernichten.

Bei Mehmet ließen wir uns 18 Käseröllchen zubereiten, tranken bei ihm noch ein frisches Bier, ein Efes vom Fass und während er uns noch bat, ihm bei unserem nächsten Besuch doch eine Frau, so um die 45 Jahre alt, aus Deutschland mitzubringen, machten wir uns schon wieder auf den Weg zu unserem Schiff und legten so gegen 12.00 Uhr hier wieder ab, wollten wir doch noch in eine weitere schöne Bucht verholen, der Bucht mit dem Bad der Kleopatra, die Bucht „Hamam“. Hier liefen wir dann auch so gegen 13.00 Uhr ein und machten mit Buganker, 40 m langer Akerkette und einer kurzen Heckleine zum Ufer hin fest, die Harald an einem der Felsen draußen fachmännisch mit dem Palstek befestigte. Und hier war es noch schöner als in der Bucht vorher. Es war so unglaublich schön, dass uns der Abschied wirklich immer schwerer wurde. Dies war dann wohl auch einer der Höhepunkte unseres gesamten Törns, der uns allen sicher lange in Erinnerung bleiben wird. Nun, hier gingen wir erst einmal im glasklaren und türkisblauen Wasser zum Schwimmen und dann wurde der Tisch gedeckt. Alle Reste wurden herausgeholt und auch die letzten Getränke, die noch so an Bord waren. Es wurde gespeist, getrunken und genossen. Mehrmals gingen wir dabei noch zwischendurch ins Wasser, denn wann können wir wieder einmal so etwas Schönes erleben, fragten wir uns und kosteten die letzten zwei Stunden hier so richtig aus!

Na ja, nicht ganz die letzten beiden Stunden, denn es sollte uns ja noch ein so richtig schöner Segeltripp für die allerletzten beiden Stunden unseres Törns vorbehalten bleiben. So gegen 15.00 Uhr lichteten wir den Anker wieder, holten die Heckleine ein und legten ab und verließen diese traumhaft schöne Bucht hier und legten Kurs an, mit 90 ° geradewegs gen Fethye, unseren Ausgangs- und nun auch unseren Zielhafen. Ein schöner Segelwind kam auf, halber Wind auf die Breitseite und wir setzten auch sofort Groß und Genua und ließen uns mit 5 bis 6 Knoten quer durch den Golf von Fethye hindurchtreiben, bis hinüber zu unserem Heimathafen, wo man uns so gegen 17.00 Uhr am Steg von Moorings bereits erwartete. Dies Schiffsabnahme war völlig problemlos und unbürokratisch. Meine Kaution in Höhe von 2.500,00 € habe ich in voller Höhe zurückbekommen und für die diversen Telefonate mit der Basis hinsichtlich der kleinen Probleme am Schiff hat man mir sogar noch 20 € zurückerstattet. Der Captains-Sundowner mit der Wassermelone und den allerletzten alkoholischen Resten wurde gerichtet und derweil gingen einige von unserer Crew noch in den Basar von Fethye, andere wiederum gingen in den Supermarkt um noch ein paar Mitbringsel für zuhause einzukaufen und andere duschten derweil und machten sich fein für das abendliche Captains-Dinner, wozu ich die Crew eingeladen hatte, um mich für ihr Mittun am Schiff aus Herzlichste zu bedanken. Für 20.00 Uhr war auf der Terrasse des Hafenhotels der Tisch bestellt und es folgte ein wunderbarer Abschluss des Törns, bei einem sehr stilvollen und wirklich guten Essen. Die Dankesworte seitens der Crew wurden vorgetragen vom crewältesten Mitglied, meinem Freund Harald Pflug, der diese sehr schön und würdevoll, frei aus dem Stehgreif vortrug in der ihm eigenen, netten und sehr persönlichen Art. Vielen Dank dafür, lieber Harald.

Segeltörn 2015 236Die Crew beim Captains-Dinner

Fazit: Ein wunderbarer Törn hatte damit seinen Abschluss gefunden. Wären da nicht die kleinen technischen Problemchen am Schiff gewesen, die wir aber alle insgesamt ganz gut im Griff hatten, ohne größeren Zeitverlust und auch gut haben lösen können, hätte der Törn die Höchstnote verdient. Das Revier ist wunderschön und die Crew hat hervorragend zusammengepasst und auch harmoniert. Vom Wind und Wetter her hat auch alles gestimmt und das Schiff war in sich sehr gut ausgestattet. Alles in allem einfach rund und eine Klasse für sich!

Samstag, 5. September 2015 – Unser Rückreisetag
Die Nacht über konnten wir ja noch am Schiff verbringen. Um 6.00 Uhr kam von mir wieder der Weckruf und es wurde gepackt. Dafür war eine Stunde Packzeit vorgesehen, denn ich mag es nicht so gerne leiden, wenn schon am Vorabend Unruhe durch das Packen ins Schiff kommt. Danach wurden die Seetaschen nach oben gebracht und hinter dem Schiff abgestellt. Um 7.00 Uhr wurde das Frühstück gerichtet, genügend Reste dafür hatten wir uns noch aufhoben und in aller Ruhe wurde das Frühstück am Schiff eingenommen. Noch ein letzter Durchgang, ob nicht doch noch etwas liegen geblieben sein könnte und dann verließen wir unser Quartier der vergangenen 14 Tage. Die Jungs von der Basis waren pünktlich um 8.00 Uhr zur Stelle und luden unser Gepäck auf kleine Karren und fuhren es nach oben zu unserem bereits wartenden Dolmus, der uns zum Flughafen nach Dalaman bringen sollte. Ein letztes Foto noch von der Crew auf dem Heck des Schiffes und ab ging es.

Segeltörn 2015 238

Die Crew hinten am Heck des Schiffes, das uns für die vergangenen 14 Tage Herberge und Wegbegleiter war!

Rechtzeitig waren wir am Flughafen in Dalaman und checkten sofort ein. Unser Flieger hob pünktlich um 11.20 Uhr ab und die Uhren wurden wieder um eine Stunde zurückgestellt. Um 13.30 Uhr unserer Zeit landeten wir dann in Frankfurt am Main, wo wir von Dieter Raab schon erwartet wurden. Mit seinem „Dolmus“ brachte er uns nach Schwarzach zurück. Hier hatte unsere Tochter Elke schon die Bratwürste für uns alle in der Pfanne liegen und es gab zur Begrüßung echte fränkische Bratwürscht aus der Klostermetzgerei (die sind wirklich die besten) mit Sauerkraut und einem köstlichen Schwarzbrot und dazu einen trockenen Silvaner von der Dettelbacher Sonnenleite aus dem Weingut Eyerich. Fränkischer geht es ja wohl nicht mehr und dies erleichterte uns dann ja auch gleich das Wiedereingewöhnen hier an alter Wirkungsstätte. Nach dieser Jause trennten sich unsere Wege wieder und meine Mitsegler traten ihren Heimweg an und sind alle wieder wohlbehalten zu Hause angekommen.

Und nun können wir erst einmal von diesem wunderschönen Törn hoffentlich recht lange zehren! Zumindest bis zum nächsten Törn, der uns wohl im kommenden Jahr ins Ligurische Meer, westlich der Toskana führen wird, mit Elba und diversen kleineren Inseln drumherum oder auch in den Golf von Amalfi. Schau mer mal, dann sehen wir schon!

Theophil Steinbrenner
am 11. September 2015

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